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Ein Mahnmal für die Opfer der Schlacht am Waterberg

Tafel am Mahnmal in der Gustav-Deetjen-Grünanlage
Gedenktafel am Mahnmal

Im Gedenken an die Opfer der Schlacht am Waterberg und des Genozids in Namibia 1904-1908
Eingeweiht am 11. August 2009

Mit dieser Inschrift erinnert das Mahnmal in der Gustav-Deetjen-Grünanlage an die Opfer der Schlacht am Waterberg und des Kolonialkrieges von 1904 bis 1908 in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia.



Anti-Kolonial-Denk-mal "Der Elefant"

Zur Geschichte

Im Verlauf eines von der deutschen Schutztruppe verübten Eliminierungsfeldzugs wurden rund 65.000 Angehörige des Herero-Volkes, rund 10.000 Angehörige des Nama-Volkes und eine ungewisse Anzahl von Damara getötet.
Der Kommandeur der deutschen Kolonialtruppe, Generalleutnant Lothar von Trotha, befahl nach der Schlacht am Waterberg die Vernichtung der Widerstand leistenden Gruppen. Von Trotha bezeichnete die Situation als den "Anfang eines Rassenkampfes". Dessen planmäßige Umsetzung wurde von der Schutztruppe konsequent zu Ende geführt. Sie blockierte alle Fluchtmöglichkeiten aus der Omaheke, einer wasserlosen Region östlich des Waterbergs, in die die Afrikaner nach der Schlacht geflohen waren.
Deren Angebote aufzugeben wurden ignoriert, Verdurstende "von ihren Leiden erlöst". Tausende Männer, Frauen und Kinder fielen dem Vorgehen zum Opfer.
Nach der faktischen Vernichtung des Volkes der Ovaherero forderten Siedler auch die Ausrottung der Nama, die sich im Oktober 1904 erhoben und einen Guerillakrieg begannen. Die Deutschen reagierten darauf mit einer Politik der verbrannten Erde, die zu Tausenden weiteren Opfern unter den Nama und Damara führte. Unzählige Menschen starben in den folgenden Jahren an den Lebensbedingungen in Internierungslagern und an der Zwangsarbeit.



Sinn des Mahnmals

Das Mahnmal in der Gustav-Deetjen-Grünanlage erinnert an die Opfer der Schlacht am Waterberg und des Kolonialkrieges von 1904 bis 1908 in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Mit der Errichtung des Mahnmals wird ein Versprechen eingelöst, das der damalige Bremer Bürgermeister und Präsident des Senats Dr. Henning Scherf 2004 anlässlich einer internationalen Versöhnungskonferenz den Opfergruppen gab.


Struktur, Symbolik und Standort des Mahnmals

Gestalter des Mahnmals ist F. Thomas Gatter.
Die Bestandteile des Mahnmales sind Beton, Kies, ca. 365 Steine mittlerer Größe und vier größere Felsbrocken. Die Steine und Felsbrocken kommen aus Namibia. Viele Menschen halfen mit, die Steine am Waterberg zu finden, zu sammeln und auf den Weg nach Bremen zu bringen. Jugendliche im Kulturzentrum Okakarara waren ebenso beteiligt wie die deutschstämmige Farmerfamilie Schneider-Waterberg und ihre namibischen Mitarbeiter.
Der Beton-Unterbau, der den Boden des runden Mahnmals bedeckt, versinnbildlicht die Basis der Erinnerung. Ohne Erinnerung keine Aussöhnung. Die namibischen Steine mittlerer Größe symbolisieren die zahllosen Opfer des Völkermords. Die vier Felsbrocken - einer für jede am Wiedergutmachungsprozess beteiligte Seite: Deutschland und Namibia als politische Partner, die namibischen Opfergruppen und die Nachkommen der deutschen Siedler als Besiegelnde - stehen für die Grundsteine der Versöhnung, die gemeinsam gesetzt werden müssen




Der Standort des Mahnmals befindet sich in unmittelbarer Nähe des 1932 zur Verherrlichung des Kolonialismus errichteten und 1989/90 zum Anti-Kolonial-Denk-mal umgewidmeten Elefanten-Monuments. Der Erinnerungsort verstärkt und bekräftigt damit das Gelöbnis der Freien Hansestadt, sich ihrer historischen Verantwortung für die Gründung deutscher Kolonien und die Entwicklung des Kolonialismus in Deutschland mit dem Blick auch auf die unrühmliche Seite dieser Geschichte zu stellen. Durch die Platzierung in der Nähe der Weggabelung östlich des Elefanten-Monuments entsteht eine optisch erkennbare Wechselbeziehung des Mahnmals mit dem Anti-Kolonial-Denk-mal, jedoch ohne dass sich die beiden Anlagen konterkarieren.

Das Bremer Afrika Archiv hat eine ausführliche Beschreibung des Mahnmals (pdf, 707.7 KB) erstellt.


Offizielle Einweihung des Mahnmals

Die Einweihung

Am 11. August 2009 weihten der namibische Minister Prof. Peter Katjavivi und Senator Dr. Reinhard Loske das Mahnmal für die Opfer der Schlacht am Waterberg und des darauf folgenden Völkermords durch deutsche Schutztruppen in Namibia ein.




Professor Katjavivi betonte in seiner Rede die Bedeutung der bremisch-namibischen Zusammenarbeit. Die Einweihung des Mahnmals sei ein historischer Moment, seine Beteiligung daran eine große Freude und Ehre.



Senator Loske sprach von der Verantwortung Bremens gegenüber Namibia, die aus der Geschichte erwächst. Gleichzeitig müsse man nach vorne schauen und die Zukunft positiv gestalten.


Als symbolischen Akt der Freundschaft legten beide Politiker weiße Rosen nieder.


Thomas Gatter, Vorsitzender des Bremer Afrika Archivs und Gestalter des Mahnmals, erinnerte daran, dass die Gebeine von Ovaherero und Angehörigen anderer Volksgruppen, die zu Studienzwecken im Dienste rassistisch motivierter Forschung nach Deutschland verschleppt wurden, sich immer noch hier befinden. Er forderte, diese Überreste endlich zurück nach Nambia zu bringen, damit sie in der Erde der Vorväter ihre letzte Ruhestätte finden können.


Ralph Saxe, Beiratssprecher und Vorstand des Vereins „Der Elefant!“ betonte die wichtige Rolle, die die gut funktionierenden Netzwerke vor Ort für die Realisierung des Projekts gespielt haben.


Die Veranstaltung wurde von Senatsrat a. D. Gunther Hilliges moderiert und...


...vom beeindruckenden Zion Community Choir musikalisch begleitet.


Hon. Minister Prof. Peter Katjavivi und S. E. Botschafter Neville Gertze

Die Installation D.U.R.S.T von Michael Weisser

Vor der Einweihungsfeier bestand die Möglichkeit zum Besuch der künstlerischen Installation D.U.R.S.T. des Bremer Medienkünstlers Michael Weisser in der Krypta unter dem Elefanten.


Michael Weisser verwendete unterschiedliche Symbole, u. a. Sand und Wasser aus der Gegend um den Waterberg, um einerseits die Erinnerung an die Gräueltaten während der deutschen Kolonialherrschaft in Namibia wach zu halten, zum Anderen aber auch, um auf die aktuelle „lautlose Eroberung“ des Landes durch Konzerne und Lebenstil der Industrieländer aufmerksam zu machen.


Prof. Jutta Berninghausen von der Hochschule Bremen führte in die Kunstinstallation ein.

Weitere Informationen zu der Installation finden Sie hier Externes Angebot.

Berichte in der Presse (pdf, 12.8 MB)


Weitere Eindrücke

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 04
01 Blick auf die Gustav-Deetjen-Grünanlage
02 Der Elefant mit der Kunstinstallation D.U.R.S.T.
03 Gespräch mit dem Medienkünstler
04 Randgespräche
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 08
05 Die Kunstinstallation
06 100 Abbildungen von Coca-Cola Schildern
07 Musikalische Umrahmung
08 Während der Einweihungszeremonie
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 11
 12
09 Nach der Niederlegung von zwei weißen Rosen
10 Der Gestalter
11 Segen
12 Am Mahnmal



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